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Was ist eine Sachetmaschine? Aufbau, Formate und bis zu 200 Beuteln/Min.

Die Sachetmaschine produziert kleinformatige Portionsbeutel für 1 bis 50 g Füllmenge – als 3-Seiten- oder 4-Seiten-Siegel und mehrspurig bis 200 Beuteln/Min. Der Artikel erklärt Aufbau, Formate und Dosierverfahren.

Inhaltsverzeichnis

Ein Sachet, viele Produkte: Zucker bis Wirkstoff

Ein Sachet ist ein flacher Portionsbeutel aus Siegelfolie für kleine Füllmengen – branchenüblich 1 bis 50 g beziehungsweise Milliliter. Zuckersticks im Café, Gewürzportionen in der Gastronomie, Shampoo-Proben im Magazin, Brausepulver in der Apotheke: überall das gleiche Prinzip. Die Sachetmaschine fertigt diese Beutel im Durchlauf – sie ist bauartbedingt eine vertikale Füll- und Verschließmaschine, ausgelegt auf enge Formate und eng tolerierte Siegelparameter. Die Maschinenbasis entspricht der klassischen vertikalen Schlauchbeutelmaschine; was Sachetmaschinen unterscheidet, sind Formatbereich, Spurzahl und Dosiergenauigkeit im kleinen Füllmengenbereich.

Aufbau: vom Folienbund zum fertigen Sachet

Der Maschinenablauf folgt dem VFFS-Prinzip in fünf Stationen:

  1. Folienabwicklung: Der Folienbund (Rollenbreite typisch 200 bis 600 mm) wird mit geregelter Bahnspannung abgezogen; eine Fotozelle liest Passermarken, damit das Druckbild positionsgenau im Siegelfenster landet.
  2. Formteil: Formschulter und Falzböcke wandeln die flache Bahn in einen Schlauch. Bei 4-Seiten-Siegeln falten Zusatzbleche die Seitenkanten vor der Längsnaht – so entstehen die charakteristischen kantigen Sachets.
  3. Längs- und Quersiegelung: Beheizte Siegelbacken schließen die Längsnaht, danach die Quernaht unten und oben. Die Siegelfläche ist klein – deshalb laufen Temperatur, Druck und Zeit enger toleriert als bei großen Beutelformaten.
  4. Dosierung: Über dem Füllrohr gibt die Dosierstation das Produkt in den offenen Schlauch – die Wahl des Verfahrens richtet sich nach dem Füllgut (siehe unten).
  5. Trennung: Ein Quermesser schneidet zwischen den Nähten; das fertige Sachet fällt auf ein Band oder in eine Sammelrinne.

Die drei Grundformate

Format Nähte Typische Maße Einsatz
3-Seiten-Siegel Rückennnaht + oben + unten 30 bis 100 mm breit, 50 bis 150 mm lang Zucker, Gewürze, Pulverportionen
4-Seiten-Siegel alle vier Kanten 40 bis 150 mm breit, 60 bis 200 mm lang Proben, Pharmapulver, Flüssigportionen
Stickpack Längsnaht, schlauchförmig 15 bis 40 mm Durchmesser Kaffee, Tee, Brausepulver, Portionsgetränke

Das Stickpack ist das schmaleste Sachetformat – gefertigt auf der Stickverpackungsmaschine, oft mit 4 bis 10 Bahnen parallel. Mehrspurigkeit ist der zentrale Hebel der Sachetproduktion: Eine Einspur-Anlage erreicht 40 bis 80 Beuteln/Min., eine vierspurige Stickpack-Linie das Vierfache und mehr – bei gleicher Maschinenlänge.

Dosierverfahren: das Füllgut entscheidet

  • Schneckendosierung für Pulver und Granulate: Dosiergenauigkeit ±0,5 bis ±1 %, typisch für Kaffeepulver, Gewürze, Pharmapulver.
  • Volumetrische Becherdosierung für freifließende Schüttgüter wie Zucker oder Reis: einfach, robust, ±1 bis ±2 %.
  • Kolben- oder Peristaltikpumpe für Flüssigkeiten und Pasten: ±0,5 % bei 0,5 bis 50 ml Füllmenge – Details im Artikel zur Sachet-Abfüllanlage für Flüssigkeiten und Pasten.
  • Mehrkopfwaage für hochwertige Produkte mit Stückanteil, wenn schonend und schnell dosiert werden muss.

Was eine Sachetmaschine nicht ist

Ab etwa 50 g Füllmenge endet der wirtschaftliche Sachetbereich: Größere Portionen laufen als Flachbeutel oder Standbodenbeutel auf breiteren Formaten, vorgefertigte Beutel auf der Beutelfüllmaschine. Die Abgrenzung im Detail behandelt der Vergleich Sachet oder Beutel. Wer stattdessen Beutel aus Folie formt, bleibt bei der vertikalen Füll- und Verschließmaschine – der ausführliche Maschinenüberblick steht im VFFS-Ratgeber.

Wann sich das Format rechnet

Drei Konstellationen sprechen für das Sachet: Portionierung als Produktversprechen (Einzeldosis, Ein-Kaffee), Proben- und Reisegrößen als Vertriebsinstrument und hygienische Einmalentnahme in Gastro und Pflege. Dagegen spricht das Format bei Vorratspackungen ab 100 g und bei Produkten, die im Regal stehen müssen – dafür ist der Beutel mit Standboden das richtige Format.

Häufige Fragen

Wie schnell ist eine Sachetmaschine?

Einspurige Anlagen erreichen 40 bis 80 Beuteln/Min., mehrspurige 4-Seiten-Siegel- und Stickpack-Anlagen 150 bis 300 Beuteln/Min. – die Spurzahl multipliziert die Ausbringung bei gleicher Taktfrequenz.

Welche Folienstärken werden verarbeitet?

Typisch 40 bis 100 µm Gesamtdicke im Verbund – dünner als bei großen Beuteln, weil die Füllmenge klein und die Naht schmaler ist. Barriere-Anwendungen mit Aluminiumzwischenlage liegen am oberen Ende.

Für welche Füllmengen ist eine Sachetmaschine ausgelegt?

1 bis 50 g beziehungsweise Milliliter sind der wirtschaftliche Bereich; darunter und darüber sinkt die Format-Effizienz. Übergangsformate bis 100 g laufen als 4-Seiten-Siegelbeutel.

Wie lange dauert ein Formatwechsel?

Mit vormontierten Formatteilen und Rezeptabruf am Bedienpanel branchenüblich 20 bis 40 Minuten – deutlich kürzer als ein Umbau zwischen Sachet- und Beutelbetrieb, weil der Grundrahmen gleich bleibt.

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Evelyn

Als Experte mit 16 Jahren Erfahrung und über 300 abgewickelten Projekten ist es mein Ziel, Ihnen gleich beim ersten Mal die am besten geeignete Verpackungslösung zu bieten.

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